Änderung des Zollanmeldungsdienstes der britischen Zollverwaltung

Die Änderung ist in zwei Phasen eingeteilt:

  1. Der neue Zollanmeldungsdienst CDS muss ab dem 10.2022 für Importanmeldungen genutzt werden. Das bisherige Zollsystem Chief kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verwendet werden.
  2. Der neue Zollanmeldungsdienst CDS muss ab dem 04.2023 für Exportanmeldungen genutzt werden. Das bisherige Zollsystem Chief kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verwendet werden.

Ihre britischen Empfänger müssen sich im ersten Schritt als Importeure auf diese Veränderung vorbereiten, um ab dem 01.10.2022 weiterhin Importe anmelden zu können, unabhängig davon, ob sie selbst anmelden oder über einen Zollagenten anmelden lassen.

Im Zuge der Einführung der neuen Zollsoftware wird die Handhabung von Zoll- und Einfuhrumsatzsteuer Aufschubkonten überarbeitet.

Daher müssen alle Importeure, auch wenn Sie einen Zollagenten beauftragen, Maßnahmen ergreifen:

  • Registrierung beim Zollanmeldungsdienst CDS unter Verwendung von EORI-Nummer, der Government Gateway User ID, sowie der Unique Tax Reference (UTR)
  • Einrichtung einer angepassten Zahlungsmethode für Zoll und Einfuhrumsatzsteuer
  • Instruktion und Autorisierung des Zollagenten

Die britische Zollbehörde weist daraufhin, dass die Anmeldung und der Umzug zu dem Zollanmeldungsdienst CDS mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.

Daher wird ein schnelles Handeln der britischen Importeure empfohlen, um Verzögerungen oder Unterbrechungen der Lieferkette ab dem 01.10.2022 zu vermeiden.

Für Rückfragen stehen wir und unser britischer Zollpartner zur Verfügung.

Die britische Regierung hat eine Checkliste veröffentlicht, die über die notwendigen Schritte informiert.

Checkliste:          Trader checklist – moving to the Customs Declaration Service

Kontakte:            Imports and exports: general enquiries

Information:      Customs Update

 

Brexit: Einführung von vollständigen Grenzkontrollen verschoben

Bei den verschobenen Kontrollen, die nun doch nicht zum 01.07.2022 eingeführt werden, handelt es sich unter anderem um

  • weitere gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche (SPS) Kontrollen von EU-Einfuhren, die derzeit am Bestimmungsort ausgeführt werden und die zur Grenzkontrollstelle (BCP) verlegt werden sollten
  • Die Vorlage von Sicherheitserklärungen (S&S) für EU-Einfuhren
  • Veterinärzertifikate
  • Beschränkungen für die Einfuhr von gekühltem Fleisch aus der EU

Die Britische Regierung wird nun prüfen, wie diese verbleibenden Kontrollen auf eine verbesserte Art und Weise durchgeführt werden. Weitere Einzelheiten werden in einer neuen Kontrollregelung veröffentlicht, die Ende 2023 in Kraft treten soll.

Quelle: HRMC

Multimodal Road to Shortsea

Als universeller Speditions- und Logistikdienstleister ist es unser Ziel, multimodale Transportketten zu nutzen und auszuschöpfen. Wir überprüfen zusammen mit unseren Kunden die Sendungsstrukturen, ermitteln das Verlagerungspotenzial und erarbeiten gemeinsam multimodale Transportkonzepte. Voraussetzung ist, dass die Güter verlagerungsfähig sind oder werden. Der Transport erfolgt per 45‘ Container Haus/Haus unter Einsatz verschiedener Verkehrsträger (Straße, Schiene, Wasser).

Steuerpflicht bei grenzüberschreitenden Beförderungsleistungen von Unterfrachtführern ins Drittland

Bis Ende der Nichtbeanstandungsphase am 31.12.2021 waren sämtliche Beförderungsleistungen im Zusammenhang mit der Ausfuhr in Drittländer steuerfrei, so gilt dies zukünftig ausschließlich für die Leistungen, die direkt an den Versender (Lieferer) oder den Empfänger (Abnehmer) der Ware erbracht werden.

Die Anwendung der Regelung tritt endgültig zum 01.01.2022 in Kraft.

Bedeutung:

Die Steuerbefreiung kommt nur für die Beförderungsleistung des Hauptfrachtführers, jedoch nicht aber für die des Unterfrachtführers in Betracht. Das BMF definiert als Hauptfrachtführer denjenigen Unternehmer, der die Beförderungsleistungen für den liefernden Versender oder Empfänger der Gegenstände ausführt, bspw. ein Logistikdienstleister. Unterfrachtführer sind Beförderungsdienstleister, die Leistungen an einen Unternehmer ausführen, der nicht Versender oder Empfänger in diesem Sinne ist.

Beispiel:

Ein Logistikdienstleister wird mit dem Transport von Waren von Deutschland nach Großbritannien durch den Hersteller beauftragt. Zur tatsächlichen Durchführung des Transports bediente sich der Logistiker eines Subunternehmers. Nach der neuen Regelung ist nur die unmittelbar an den Versender oder Empfänger der Gegenstände erbrachte Beförderungsleistung von der Steuerbefreiung erfasst. Die vom Subunternehmer an den Logistiker ausgeführte Leistung ist steuerpflichtig.

Auftraggeber müssen sich nun gegenüber ihren Auftragnehmern erklären in welcher Rolle (Versender, Empfänger, Haupt- oder Unterfrachtführer) sie die Beförderungsleistung in Drittländer ab dem 01.01.2022 in Anspruch nehmen.

BREXIT Update 01.01.2022

Ab dem 01.01.2022 treten für Güter, die aus der EU nach GB eingeführt werden folgende Änderungen in Kraft:

  • Für Importanmeldungen kommen je nach Transportweg und Eingangshafen folgende Anmeldungsverfahren zur Anwendung:
  • „Temporary Storage model“: Güter verbleiben kostenpflichtig bis zur vollständig abgeschlossenen Importzollanmeldung im britischen Eingangshafen. –> Anwendung (aktuell und zukünftig) bei LoLo/RoRo-Verschiffungen (Unbegleitete Trailer und Container)
  • „Pre-lodgement model“: Importzollanmeldungen müssen vor Verschiffung abgegeben werden. –> Anwendung für Transporte im Direktverkehr (Fahrerbegleitete Transporte) bspw. über Kanalhäfen
  • Das vorübergehende gewährte vereinfachte Einfuhrzollanmeldungsverfahren (EIDR) gilt nicht mehr.
  • Einsatz des neuen britischen IT-Zollsystems GVMS
  • Verstärkung von Grenzkontrollen kann zu Verzögerungen führen
  • Zollregelungen für Veterinärgüter: Britische Importeure sind ab dem 01.2022 verpflichtet, die Britische Animal Plant Health Agency (APHA) über die Einfuhr aus der EU nach Großbritannien (GB) unter Verwendung des Import of products, animals, food and feed system (IPAFFS) zu informieren.

Informationen der britischen Regierung:

New-timetable-for-introducing-border-controls

BREXIT – Änderungen zum 01.10.2021/01.01.2022

Die zum 1. Oktober 2021 geplanten strengeren Zollregelungen für Veterinärgüter wurden kurzfristig verschoben.

Das Erfordernis einer Ausgangsanmeldung und einer Sicherheitserklärung für Rückführung von Leergut und leeren Transporteinheiten aus Großbritannien ab dem 1. Oktober 2021 bleibt bestehen.

Veterinärgüter:

Bei der Ausfuhr nach Großbritannien sind nun erst ab dem 1. Juli 2022 für den Großteil der nachstehend aufgeführten Veterinärgüter Veterinärzertifikate vorgeschrieben, die die Sendung begleiten müssen.

  • Lebensmittel und Getränke (Produkte tierischen Ursprungs für den menschlichen Verzehr wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte)
  • Tierische Nebenerzeugnisse
  • Zusammengesetzte Lebensmittel

Britische Importeure sindnun erst ab dem 1. Januar 2022 verpflichtet, die Britische Animal Plant Health Agency (APHA) über die Einfuhr aus der EU nach Großbritannien (GB) unter Verwendung des Import of products, animals, food and feed system (IPAFFS) zu informieren.

Leerpaletten, leere Transporteinheiten:

Bei der Rückführung von leeren Containern, leeren Transporteinheiten oder Paletten aus dem Vereinigte Königreich in die EU ohne Ausfuhranmeldung (ohne Export MRN) wird ab dem 1. Oktober 2021 vor Ausreise eine digitale summarische Ausgangsanmeldung (englisch: EXS), sowie eine Safety und Sicherheitserklärung (ENS) pro Sendung erforderlich. Die Einreichung dieser Anmeldung können wir übernehmen. Über Kosten wird unser Vertrieb Sie rechtzeitig informieren.

Informationen der britischen Regierung:

https://questions-statements.parliament.uk/written-statements/detail/2021-09-14/hcws285

https://www.gov.uk/government/news/government-sets-out-pragmatic-new-timetable-for-introducing-border-controls